Neue Studie: Gesundheitliche Vorteile kompensieren Unfallrisiko beim Fahrradfahren

Den Weg zur Arbeit legen die meisten Menschen mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Das liegt zum Teil an schlecht ausgebauten Fahrradwegen und einem hohen Verkehrsaufkommen, was ein gewisses Sicherheitsrisiko birgt. Eine neue, im März 2020 veröffentlichte Langzeitstudie der Universität Glasgow zeigt nun aber, dass es sich trotzdem lohnt, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu pendeln.

Im Rahmen der Studie untersuchten die Wissenschaftler in einem Zeitraum von zehn Jahren über 230.000 Teilnehmer (52,1% Frauen; Durchschnittsalter: 52,4 Jahre) aus Großbritannien. Dabei gaben gerade einmal 2,5% der Probanden an, regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Wichtigster Grund gegen das Fahrrad war die Angst vor Unfällen oder Verletzungen.

Nach Auswertung der Daten wurde jedoch deutlich, dass diese Angst unbegründet war: Nur 7% der Studienteilnehmer, die regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit pendelten, erlitten im Studienzeitraum einen Unfall, der im Krankenhaus behandelt werden musste. 4,3% der Probanden, die das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel nutzten, zogen sich unterwegs eine vergleichbare Verletzung zu. Das höhere Verletzungsrisiko wird aber durch die positiven Auswirkungen des Fahrradfahrens auf die Gesundheit kompensiert: Die Gruppe der Fahrradpendler hatte ein geringeres Risiko an Krebs zu erkranken oder ein Herz-Kreislauf-Ereignis zu erleiden (vgl. Abbildung).

Keine Angst also vor Unfällen: Die Studie bestätigt, dass es aus gesundheitlicher Sicht sinnvoll ist, das Fahrrad für den Weg zur Arbeit zu nutzen. Außerdem wird deutlich, wie wichtig es ist, die Fahrradinfrastruktur weiter auszubauen, um die Sicherheit der Radfahrer zu erhöhen.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier: https://www.bmj.com/content/368/bmj.m336