Neue Regelungen für Radfahrer: Das kommt 2020

Radfahren ist Trend, doch die Infrastruktur hinkt vielerorts noch hinterher. Damit 2020 noch mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, fördert die Bundesregierung den Radverkehr. Bis 2023 sollen z.B. rund 900 Millionen Euro zusätzlich für Radwege zur Verfügung gestellt werden.

Laut Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) werden deutschlandweit rund 11 % aller Wege mit dem Fahrrad erledigt. Dieser Anteil soll deutlich erhöht werden. Dänemark und die Niederlande zeigen, dass es möglich ist: Der Radverkehrsanteil beträgt in Dänemark 18 %, in den Niederlanden sogar 27 %.

Damit auch in Deutschland mehr geradelt wird, soll Radfahren 2020 komfortabler und sicherer werden. Die Bundesregierung hat den Plänen von Verkehrsminister Andreas Scheuer bereits zugestimmt, die Abstimmung im Bundesrat erfolgt voraussichtlich Mitte Februar 2020. Geplant sind folgende Neureglungen:

  • Parken auf Geh- und Radwegen: Autofahrer, die auf Geh- oder Radwegen parken, sollen 2020 tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Bunderegierung plant das Bußgeld auf 55 € anzuheben. Kommt es zu Behinderungen, sollen 70 € fällig werden.
  • Grüner Pfeil für Radler: Der grüne Pfeil an Ampeln soll künftig auch für Fahrradfahrer gelten, die von einem Radstreifen oder Radweg rechts abbiegen wollen. Außerdem ist ein eigenes Grünpfeilschild für Radfahrer geplant.
  • Fahrradzonen: Kommunen sollen 2020 Fahrradzonen einrichten dürfen, in denen nur Fahrräder erlaubt sind – es sei denn, ein Zusatzschild gibt die Zone auch für andere Verkehrsteilnehmer frei. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 km/h.
  • Mehr Seitenabstand: Autos und LKWs müssen in Zukunft beim Überholen auf der Fahrbahn wohl mehr als den bisher geforderten „ausreichenden Abstand“ zu Radlern einhalten. Außerorts sollen 2 m, innerorts 1,5 m Seitenabstand vorgeschrieben werden.
  • Überholverbot: Das neue Jahr bringt ein neues Verkehrszeichen „Überholverbot von Zweirädern“, das an engen oder gefährlichen Fahrbahnstellen eingesetzt werden soll.
  • Parkraum für Lastenräder: Mit dem neuen Symbol „Lastenfahrrad“ sollen künftig Parkplätze und Ladezonen für die beliebten Transporträder ausgewiesen werden.

Auch auf Landesebene ist die Förderung der Radfahrer im neuen Jahr Programm: Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen plant die Verabschiedung eines Gesetzes, das die Forderungen der Initiative „Aufbruch Fahrrad“ aufgreift. Ziel ist es, den Anteil der Radfahrer im NRW-Straßenverkehr von 8 auf 25 % zu erhöhen. Dazu sollen unter anderem 300 km neue Radwege pro Jahr entstehen, eine Million zusätzliche Fahrrad-Stellplätze ausgewiesen und die kostenlose Mitnahme von Fahrrädern in Bussen und Bahnen ermöglicht werden. Die Bürgerinitiative hatte mehr als 200.000 Unterschriften gesammelt.